Frauen aller Parteien, vereinigt Euch, dann könnt Ihr die Männer Mores lehren. Dem Druck der Straße würden sich die Herren der Bonner Koalition zwar nie beugen, aber der parteiübergreifende Druck der holden Weiblichkeit und die Drohung mit dem Bundesverfassungsgericht zeigten Wirkung. Nun soll das Rentenalter für Frauen erst vom Jahr 2000 an schrittweise heraufgesetzt werden und nicht wie geplant von 1997 an. Schließlich ist Mann als Politiker lernfähig und galant sowieso. Und wie kann man denn ahnen, daß mit dem abrupten Verschieben des Rentenalters die ganze Lebensplanung älterer, berufstätiger Frauen zunichte gemacht wird, wo man doch selber eine Frau zu Hause hat, die solche Sorgen nicht kennt?

Nicht, daß jetzt einer auf die Idee käme, das ganze Sparpaket sei mit der heißen Nadel genäht und müsse nun folgerichtig auch an allen anderen Punkten korrigiert werden, an denen es ungereimt, ungerecht und unsozial erscheint. Kurz- und langfristig müssen sich Arbeitnehmer und Arbeitslose, Rentner und Sozialhilfeempfänger bei ihrer Lebensplanung auf schmalere Zeiten einstellen. Das nächste Sparpaket kommt bestimmt.