Daß Ansichtskarten oft mehr aussagen, als die Zeilen, die sie transportieren, will eine Ausstellung deutlich machen, die sich mit der Darstellung einer Sehenswürdigkeit aus verschiedenen Perspektiven im Wandel der Zeit befaßt: der Drei Zinnen in den Dolomiten. Unter dem Titel "Schöne Grüße!" wird bis zum 17. August im Alpenverein-Museum in Innsbruck (Wilhelm-Greil-Str. 15) "Eine kleine Geschichte vom Blick aufs Gebirge" erzählt. Mit 161 Postkarten aus den Jahren zwischen 1895 und 1950 zeigt der Politologe Anton Holzer, wie eine Berggruppe mit Hilfe der Postkartenphotographie zum landschaftlichen Markenzeichen avanciert, wie ein bestimmter Blickwinkel der Kamera über vieltausendfach verbreitete Ansichtskarten das Bild von einer Sehenswürdigkeit in den Köpfen der Menschen festsetzt. Im Fall der Drei Zinnen ist damit auch eine politische Komponente verbunden: Kurz vor der Jahrhundertwende wurden die Drei Zinnen auf Ansichtskarten häufig auch von der Südseite gezeigt, seit den zwanziger Jahren prägt vor allem die Nordansicht (Photo links) das Bild von diesen Bergen. Dazwischen liegen der Erste Weltkrieg, dessen Front sich durch die Dolomiten zog, und die Grenzverschiebung zwischen Österreich und Italien. Die Postkartenausstellung, in deutsch und italienisch präsentiert, ist montags bis samstags von 10 bis 17 Uhr, freitags bis 21 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet 30 Schilling, etwas über vier Mark. Auskunft: Tel. 0043512/595 47 19.