Wie bitte? Der Iran und der Vatikan planen den "Ausbau der Zusammenarbeit in Rundfunk und Fernsehen"? So ward es gemeldet - aber Rom winkt ab. Alles übertrieben, sagt Pater Eberhard von Gemmingen, Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan. Da reicht die Phantasie auf der Gegenseite erheblich weiter: Ali Larijani, Direktor des iranischen Rundfunks, erkennt einen gemeinsamen Feind in jenen "Teilen der westlichen Massenmedien, die unter kapitalistischer und zionistischer Kontrolle" allenthalben Unmoral schüren. Auch wir meinen: Es muß ja nicht gleich die Internet-Ökumene in Form eines gemeinsamen website werden. Aber ein gelegentliches Wort zum Freitag aus Rom, von fernem Glockengeläut unterlegt? Im Gegenzug das eine oder andere theologische Feature aus Teheran - zum Beispiel über womögliche Gemeinsamkeiten zwischen der marianischen Verehrung und dem Kult von Fatima, Ahnherrin aller schiitischen Imame? Es könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein.