Sage mir, wie du damit umgehst - und ich sage dir, wer du bist: mit den öffentlichen Geldern des Kulturetats beispielsweise. Da hat die Deutsche Staatsoper Berlin nicht nur ihren Etat plötzlich um eine siebenstellige Summe überzogen, sondern es fehlen ihr auch wundersam fünfhunderttausend Mark auf einem aus DDR-Zeiten herübergeretteten Schwarzgeld-Konto - und der Intendant weiß natürlich von nix. Da muß, umgekehrt, die Thüringen Philharmonie geschlossen werden: Der Sieben-Millionen-Etat, bislang allein vom Land getragen, soll künftig zur Hälfte der Stadt Suhl aufgehalst werden - die aber ihrerseits eine saftige Sparauflage verkraften muß. In Salzburg beißen sich zwei Festspiel-Gewaltige über die Fragen, ob ohne attraktive Spitzenstars genug Geld einkommt, andererseits Spitzenregisseure auch Spitzengagen verdienen dürfen wie zur gleichen Zeit vermieden werde, daß "bestimmte Einkommensklassen nur noch Zaungäste sind" - soll halt die Gastronomie ihre "exorbitanten Preise zurücknehmen".

Umgekehrt die Privaten: In Stuttgart haben die Bauarbeiten für ein weiteres Musical-Theater begonnen, und das Wiener Erfolgsmusical "Elisabeth" wird im Herbst auch in Dresden zu sehen sein. Sissi macht's möglich.