Nun hat er es erreicht, der Dr. Mathias Prinz von Hamburg. Für die Prinzessin Caroline von Monaco erstritt er für den Schmerz, daß die Bunte der Caroline in einem getürkten Interview neues Glück unterstellte, das höchste Schmerzensgeld, das je von einem deutschen Gericht zugesprochen wurde: 180 000 Mark. Der Rekord lag bisher bei 50 000 Mark.

Das Verfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamburg war über den Bundesgerichtshof wiederum dort angekommen. Die obersten Richter hielten die gängigen 30 000 Mark - wie vom OLG Hamburg beschieden - für zuwenig. Carolines Anwalt hatte letztlich 350 000 Mark gefordert, und die Bunte, wohl ahnend, was ihr blühte, hatte schon mal freiwillig 70 000 Mark überwiesen. Nun soll sie 110 000 Mark nachzahlen.

Ein Menetekel?

Die Karlsruher Juristen befanden, Schmerzensgeld - und das ist neu an der Rechtsprechung - soll künftig nicht nur wiedergutmachen, sondern den Verursacher selber schröpfen und schmerzen. Konkret: Wer an einer Auflagensteigerung dank falscher Ware verdient, soll auch den Betroffenen am Gewinn teilhaben lassen. Von der höheren Strafe soll "ein echter Hemmungseffekt" ausgehen.

Bleiben wir erst einmal beim Schröpfen, bei der Auflagensteigerung.

Im Verlagsgeschäft Unbedarfte haben hier übertriebene Erwartungen.

Wenn die Bunte von der Caroline-Ausgabe 50 000 Hefte mehr verkauft hat, wäre das schon viel. Und was bleibt davon? Eine Bunte kostet 4 Mark. Zieht man den Händlerrabatt (rund 1,60 Mark) ab und auch die Druckkosten (rund eine Mark im Fortdruck), bleiben dem Verlag pro Heft 1,40 Mark, insgesamt 70 000 Mark. Also genau das, was die Bunte freiwillig an Caroline rausrückte. Der ganze Betrag geht jetzt - wie der Anwalt betont - an einen wohltätigen Zweck.