Wenn Finanzminister Theo Waigel voll im Bilde war, als sich seine Beamten mit der Wiener Firmengruppe Martin Schlaff über 78 Millionen Mark verglichen, bekommt er Ärger. Anlaß ist ein Ost-Mark-Darlehen von Schlaff an die Stadt Dresden kurz vor der Währungsunion 1990.

Da es für In- und Ausländer unterschiedliche Umtauschkurse gab, mußte das Bundesfinanzministerium (BMF) jetzt den Kurs für die Darlehensrückzahlung bestimmen. Das ist mit dem Vergleich geschehen, wäre aber besser unterblieben. Denn: Möglicherweise stammt das Schlaff-Darlehen aus dem Erlös eines illegalen Embargogeschäfts oder ist Teil des verschwundenen DDR-Vermögens. Dann wäre das Geldwäsche, die in den letzten DDR-Tagen Hochkonjunktur hatte.

Zudem ist Schlaff ein alter Bekannter - IM der Stasi und Mitspieler im DDR-Firmenimperium KoKo, daher auch im Visier der Berliner ZERV (Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungsbedingte Kriminalität) wie des Bonner Untersuchungsausschusses DDR-Vermögen.

Ausschußmitglied Friedhelm Julius Beucher (SPD) hat schon im März Waigels Staatssekretärin Irmgard Karwatzki "von offensichtlichen Manipulationen" zwischen der Firmengruppe Schlaff und der Stadt Dresden informiert und vor einem Vergleich beim Umtauschkurs gewarnt.