ZEIT: Frau Merkel, von Greenpeace bis zum Umwelt-Sachverständigenrat gibt es einen neuen Konsens: Die Umweltpolitik kommt unter die Räder. Fühlen Sie sich bereits überfahren?

Merkel: Überfahren fühle ich mich nicht. Aber tatsächlich ist die Umweltpolitik in einer schwierigen Phase. Wir haben in der Vergangenheit eine ganze Menge erreicht, Luft und Wasser sind sauberer geworden. Deshalb verstehen viele Menschen nun nicht mehr, was wir eigentlich noch wollen. Und gleichzeitig bekommt Otto Normalverbraucher erst langsam die Auswirkungen unserer bisherigen Politik zu spüren, beispielsweise in Form höherer Müllgebühren.

Da fühlt er sich um seine Lohnerhöhung betrogen.

ZEIT: Also leidet die Umweltpolitik unter ihrem eigenen Erfolg?

Merkel: Ja, wir haben Probleme, unser Anliegen zu vermitteln.