Nun sitzen sie doch wieder in einem Boot: Deutschlands Medienriese Bertelsmann hat vergangene Woche das eigene Schiffchen versenkt und um Aufnahme auf dem Tanker des Kirch-Konzerns nachgesucht.

Gemeinsam machen sich die beiden Rivalen auf in die unerforschten Gewässer des digitalen Fernsehens. Auf dem Sitz des Steuermanns ist dabei nur Platz für einen: Leo Kirch.

Bereits vor zwei Jahren wollten die beiden Medienhäuser deutschen Zuschauern das digitale Abruffernsehen verkaufen. Doch weil europäische Wettbewerbshüter sie schließlich an ihrem Joint-venture hinderten, wollten sie eigentlich eigene Wege gehen. Jetzt sind sie wieder am Ausgangspunkt - wenn auch mit neuen Vertriebspartnern. Der wesentliche Unterschied zu damals besteht indes darin, daß der gewiefte Spieler aus München den smarten Gütersloher Managern vorerst den Schneid abgekauft hat. Nicht nur, daß Kirch seine Technik gegen die der Konkurrenz durchgesetzt hat, nicht nur, daß kein Kunde mehr an seiner Digital-TV-Firma und seinen Abertausenden von Filmrechten vorbeikommen wird - Kirch hat Bertelsmann auch noch dazu gebracht, seinem nicht gerade zimperlichen Partner Rupert Murdoch den Einstieg in den bisher einzigen deutschen Pay-Sender Premiere zu ebnen.

Schon seit geraumer Zeit zeigt sich, daß der deutsche Privatfernsehmarkt statt der allseits erhofften Vielfalt tumbes Einerlei bietet.

Doch während die beiden Rivalen sich bisher gegenseitig in Schach gehalten haben, droht beim Zahlfernsehen aus dem unschönen Duopol ein häßliches Monopol zu werden.