Darf, wer als Soldat dem Lande dient, dabei auch der Liebe frönen?

Selbstverständlich und stets zum Spaß der Kompanie, dachten sich Unteroffizier und Sanitäterin, die im deutschen Feldlazarett zu Trogir an der kroatischen Adriaküste gemeinsam ihren Pflichten nachkamen. Wochenlang liebten sich die beiden in Gegenwart von zwei anderen Sanitäterinnen in einem Wohncontainer. Genervt beschwerten sich die unfreiwilligen Zeuginnen.

So landete denn auch dieser Bundeswehreinsatz vor der Justiz.

Das Truppendienstgericht bestrafte die Balzenden mit sieben Tagen Arrest. Das Paar habe gegen Kameradschaft und Vorbildspflicht verstoßen. Verklemmung witternd, richteten die Grünen zwölf Fragen an die Bundesregierung, bei denen es immer nur um das eine geht: das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Soldaten. Um dies zu gewährleisten, schlugen sie der Bundeswehr die Aufstellung von Liebescontainern vor.

Intime Beziehungen zwischen Soldaten seien in jeder Façon erlaubt, stellte die Regierung fest, doch staatliche Nestbaupflicht bestehe nicht. Offenkundig verstehen die Konservativen davon mehr als Grüne und Olivgrüne: Kreative Liebe findet stets ihr Plätzchen und ist um so schöner, je weniger sie von oben geregelt wird.