Nikotin macht nicht nur seelisch, sondern auch körperlich abhängig und ähnelt in seiner Wirkungsweise Rauschgiften wie Kokain und Morphium. Das scheint ein Forscherteam um Gaetano Di Chiara von der italienischen Universität Cagliari (Nature, Bd. 382, S. 255) bewiesen zu haben. Die Wissenschaftler injizierten Ratten geringe Dosen Nikotin, ungefähr soviel wie ein Raucher bei einem Zug inhaliert.

Daraufhin wurde im Gehirnbereich Nucleus accumbens, der vermutlich für Sexualverhalten, Motivation und Wohlbefinden zuständig ist, vermehrt der Nervenbotenstoff Dopamin ausgeschüttet. Er spielt eine Rolle bei Belohnung, Gefühlen und Sucht. Zudem erhöhte das Nikotin im Nucleus accumbens den Energieumsatz, auch dies ist mit dem Effekt harter Drogen vergleichbar. Di Chiaras Arbeiten liefern den bisher schlagendsten Beweis für das Suchtpotential des Nikotins. Sie könnten dazu beitragen, daß in den USA die Behörde für die Zulassung von Pharmazeutika (FDA) Tabak als Suchtmittel einstuft. Dies würde in den USA eine starke Einschränkung des Tabakvertriebs und der Werbung zur Folge haben selbst ein Tabakverbot wäre denkbar. In Australien warnen Hinweise auf Zigarettenschachteln bereits heute ausdrücklich vor der Gefahr: Rauchen macht süchtig.