Seit knapp einem Jahr wirbt Philips mit einem eigenartigen Slogan: "Let's make things better!" Soll die Parole die Mitarbeiter auf Trab bringen? Oder will der Konzern seine Kunden bei Laune halten, nach dem Motto: "Unsere Produkte werden besser - wir arbeiten daran"? Fest steht, daß die Geschäfte von Philips seit einem halben Jahr schlechter laufen. Im zweiten Quartal dieses Jahres schrieb der Elektronikriese wieder einmal rote Zahlen: 400 Millionen Mark Verlust.

Der Konzern leidet nicht nur unter der Flaute am Halbleitermarkt vor allem findet seine Unterhaltungselektronik nicht genügend Käufer. Die Sparte "Sound and Vision", die den größten Brocken am Gesamtumsatz ausmacht, arbeitet mit Verlust. Deshalb wollen die Philips-Manager europaweit 15 Prozent der Mitarbeiter dieses Bereichs, das sind gut 6000, entlassen. Wie viele Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen werden, ist noch nicht entschieden.

Bei der Fürther Konzerntochter Grundig soll aber niemand nach Hause geschickt werden - niemand zusätzlich zu den bereits angekündigten 3000 Entlassungen. Damit nicht genug: Die iR3 Video Technologies GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von Philips und Grundig, schließt ihre Videorecorder-Fabrik in Nürnberg. Das kostet weitere 580 Arbeitsplätze.

Der Markt für klassische Unterhaltungselektronik schrumpft. Selbst relativ neue Produkte wie Camcorder liegen immer schwerer in den Regalen - die Deutschen kauften 1995 rund 13 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Der Umsatz ging nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) sogar um 20 Prozent zurück, denn die Preise purzelten. Billigangebote aus Fernost haben, so gfu-Sprecher Jochen Wiesinger, zu einem "überharten Preiskampf" geführt. Auch Fernsehgeräte, Hi-Fi-Anlagen und Autoradios bringen deshalb immer weniger ein. Nur Heimcomputer, Videospiele und Mobiltelephone boomen, aber diese Produkte führen Firmen wie Philips oder Grundig entweder nicht, oder sie erkämpfen sich unter hohen Anfangsverlusten gerade erst eine Marktposition.

Die schwierige Marktlage gilt jedoch nur für Europa. In Asien und Lateinamerika verzeichnete Philips bereits in der ersten Hälfte dieses Jahres Umsatzsteigerungen von 20 Prozent und mehr. Während an alten Standorten Arbeitsplätze abgebaut werden, wächst weltweit die Konzernbelegschaft vor allem durch Neueinstellungen in Asien, Lateinamerika und Osteuropa.

Die enttäuschenden Ergebnisse bei Philips lassen sich nicht allein auf die - grundsätzlich ja nicht neuen - Rahmenbedingungen zurückführen.