Das neue deutsche Transplantationsgesetz, das im Herbst im Bundestag beraten wird, sieht keine anonymen Lebendspenden vor. Die Politiker befürchten, daß sich durch anonyme Spenden kommerzielle Interessen in das Organspendewesen einschleichen: So könnte sich ein todkranker Krösus eine Niere verschaffen, indem er eine hohe Belohnung dafür aussetzt.

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Wenn Verwandte oder enge Freunde eine Niere zur Verfügung stellen, dann passen ihre Gewebemerkmale in der Regel nur schlecht zu jenen des Empfängers. Somit drohte auch ein erhöhtes Risiko, daß das gespendete Organ vom Körper des Empfängers als fremd erkannt und wieder abgestoßen wird.

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Obwohl die Entnahme einer Niere oder eines Teils der Leber einen massiven Eingriff darstellt, sind die Gesundheitsrisiken für Lebendspender inzwischen gering. Die Leber wächst wieder nach, auch mit einer Niere läßt sich fröhlich weiterleben. Und Medikamente machen es inzwischen möglich, die Abstoßungsprobleme bei unterschiedlichen Gewebemerkmalen gut zu beherrschen. (...)