Ein Klassiker unter den Internet-Sprüchen lautet: "Im Netz weiß niemand, daß du nur ein Hund bist". Hunde und andere computertechnisch Unterprivilegierte sagen ihn sich gern vor. Denn alt oder jung, dick oder dünn, kleiner oder großer Rechner, der Cyberspace läßt uns alle erst einmal gleich erscheinen.

Den meisten Gewerbetreibenden ist die Anonymität, die das Netz seinen Benutzern bietet, freilich gar nicht recht. Sie hecheln allen Konsumdaten hinterher - wollen wissen, was der Hund für Freßgewohnheiten hat und was das Herrchen alles mag. Marktforschung ist die seriöse Bezeichnung für die Schnüffelei hinter Hunden und Menschen.

In Wirklichkeit führen die modernen Datensammler eher bereits einen Untergrundkrieg gegen das Private . Denn das World Wide Web, jenes scheinbar personenlose Gewebe aus Internet-Surfstellen, ist schon am Einheimsen, noch bevor Hund oder Herrchen bewußt irgendeine Information preisgeben. Die Web-Angebote zählen ihre Besucher genau, sichten das Handwerkszeug, das sie dazu benutzen, und führen Buch, auf welchen Wegen sie durch die vielen bunten Seiten streunen.

Als wichtiges Instrument haben sich dabei die sogenannten Cookies etabliert, unscheinbare Kekse oder besser Faktenkrümel, gesammelt in einer eigenen Datei auf dem Rechner des Netznutzers. Wer mit einem neueren Browser-Programm durchs Web surft, findet sie als "Cookies.txt" oder "MagicCookie" auf der Festplatte. Die Web-Angebote halten dort über den Datenreisenden fest, was ihnen auffällt.

Ursprünglich sollten die Cookies dem Surfer helfen, seine Präferenzen zu notieren. Wer sich etwa auf einer Sport-Webseite nur für die Nachrichten von Schalke 04 interessierte, mußte sich beim ersten Mal wahrscheinlich mühsam zu diesem Thema durchwühlen. Nun kommt er wieder, und schon werden ihm nur mehr die blauweißen News angezeigt, denn im Cookie war die Präferenz gespeichert. So hätte das aussehen sollen.

Alle modernen Browser beherrschen inzwischen den Umgang mit den Cookies, und die Kommerzialisten freuen sich darüber. Sie können nämlich mittels Keks speichern, welche Anzeigen der Datensurfer zuletzt gesehen hat, um ihn dann nicht mehr mit denselben Botschaften zu langweilen, sondern ihm neue Aspekte der geschätzten Werbekundschaft vorzuführen.