"Bei abnehmendem Mond lassen sich hartnäckige Flecken aus Polstern, Teppichen und dergleichen leichter entfernen."

Die Glücks Revue in ihrer Rubrik "Leben mit dem Mond"

Der Verleger der Glücks Revue nutzt die abnehmende Mondphase für aufsteigende Gedanken. Sein zweistrahliger Privatjet hat noch nicht die Wolken erreicht, als Hubert Burda schon bei einem seiner Lieblingsthemen ist: Wie zwischen rechter und linker Gehirnhälfte Kreativität entsteht. Die Körperhaltung beim Slalom, sagt er, entspreche kreativem Denken, das 6. Brandenburgische Konzert habe die gleiche aleatorische Struktur, und ratzfatz ist er bei anthropologischen Konstanten. To connect the unexpected, heißt seine Maxime.

"Seit Gutenberg den Buchdruck erfunden hat, haben Buchstaben die Logik, also die rechte Gehirnhälfte, gefordert", erklärt Burda. "Aber jetzt bringt Multimedia die Bilder wieder zu den Texten, und so weckt die digitale Revolution wieder die Phantasie in der linken Gehirnhälfte." Sein rechter Fuß klopft im Takt auf den Kabinenboden. Wir erleben 500 Jahre nach Gutenberg einen Paradigmenwechsel - bei diesem Zauberwort flitzen Burdas Hände aus den Hosentaschen und erheben sich zur ausladenden, alles erklärenden Geste.

Hubert Burda ist in Sachen neue Medien unterwegs. Er fliegt von München nach Brüssel, um in einer Arbeitsgruppe der Europäischen Union die digitale Entwicklung voranzutreiben. Im vergangenen Jahr hat der Besitzer eines Verlags mit fast 5000 Angestellten 30 Millionen Mark in Multimedia investiert. Er bringt sechs Online-Dienste heraus: für Ärzte und Studenten, für Haus und Garten, selbst Goethe ist auf CD-ROM erhältlich.

Seine 1,7 Milliarden Umsatz macht Burda mit Zeitschriften wie Bunte und Focus, burda Moden und Freizeit Revue, Anna und Lisa. Wann er mit seinen Online-Diensten Geld verdienen wird, ist so ungewiß wie das Wetter in fünf Jahren. Doch in den neuen Medien sieht der Verleger den Markt der Zukunft. Deshalb will er in Deutschland der erste auf der Datenautobahn sein.