Editorial

"Die Wolga ist das Herz Rußlands." Ein Satz wie das Land: pathetisch, sentimental, kitschig. Und wenn Viktor Jerofejew ihn sagt, auch ein bißchen zynisch. Der Dichter, 1947 geboren und durch den Roman "Die Moskauer Schönheit" zu Weltruhm gelangt, ist ein verdienter Kritiker seines Volkes. Immer schon wollte er das 3530 Kilometer lange Zentralorgan seines Landes befahren, traute sich aber nie: zuviel rrrussische Säääle. Für das ZEITmagazin ist er jetzt doch an Bord eines Dampfers nach Wolgo- (früher: Stalin-) grad geschippert - eine poetische Operation am offenen Herzen. Dabei hat ihm die Berliner Journalistin Gabriele Riedle assistiert. (Seite 8) Der Spinnenmann

Ohne Seil und Haken bezwingt Thomas Bubendorfer die gefährlichsten Felswände. Jetzt beginnt der umstrittene Kraxler in Alaska einen neuen Alleingang

Von Detlef Vetten

Historischer Orgasmus auf der Wolga

Ein russischer Dichter und eine deutsche Journalistin ergründen auf dem Weg nach Stalingrad die russische Seele - eine Begegnung der besonderen Art