Gegen die Fluggesellschaft Rich International Airways, mit der deutsche Urlauber von der nächsten Woche an in die Domenikanische Republik starten, verhängte die amerikanische Aufsichtsbehörde FAA wegen gravierender Wartungsmängel ein Bußgeld von 2,6 Millionen Dollar.

Am 20. August startet vom Frankfurter Flughafen eine Lockheed-TriStar der amerikanischen Rich International Airways in Richtung Puerto Plata. An Bord: Urlauber von Paul Günther Tours. Auch andere Veranstalter kauften bei Sky Express, dem deutschen Subcharterunternehmen von Rich Air, die gegenüber der deutschen Konkurrenz von Condor und LTU rund 400 Mark billigeren Flugplätze ein. Unter anderem Tjaereborg, Meiers Weltreisen und Air Marin wollen mit Rich Air bis zum Herbst 20 000 Deutsche in die Vereinigten Staaten befördern. Die Paul-Günther-Tours-Kunden kommen mit Hilfe des Billigcarriers in den Genuß von zwei Wochen All-inclusive-Urlaub in der DomRep - zum Schnäppchenpreis von 1598 Mark.

Man sei glücklich, heißt es bei Paul Günther Tours, "daß eine renommierte Fluggesellschaft wie Rich International Airways, die den strengen Bestimmungen der amerikanischen Aufsichtsbehörde FAA unterliegt, für den deutschen Urlauber gewonnen werden konnte".

Auch die Mitarbeiter des Braunschweiger Luftfahrtbundesamts (LBA) hatten offenbar keine Bedenken, Rich Air Mitte Juli die Verkehrsrechte für Deutschland zu erteilen, obwohl die FAA-Aufseher bereits am 27. Juni gegen Rich Air ein Bußgeld in Höhe von 2,6 Millionen Dollar verhängt hatten. Bei der Überprüfung der höchst lückenhaften Wartungsunterlagen von Rich Air stellten FAA-Inspektoren fest, daß 1994 in 6 Flugzeuge der Airline insgesamt 75 nicht geprüfte Ersatzteile eingebaut worden waren und deshalb als nicht flugtauglich galten - darunter so hochsensible Komponenten wie Bordcomputer, Fahrwerksteile und ein Bauteil zur Steuerung des Seitenruders.

Die Ersatzteile stammten aus einer TriStar, die für eine peruanische Gesellschaft geflogen war. Sie gehörte der ebenfalls in Miami ansässigen Firma International Air Leases, von der Rich Air noch weitere Maschinen des gleichen Typs geleast hat. Ausgebaut wurden diese Teile auf dem Flughafen in Miami, in Sichtweite des lokalen FAA-Büros. Miami gilt als größter Umschlagplatz, wenn es darum geht, auf nicht immer legale Weise an Flugzeugersatzteile zu kommen.

Das Luftfahrtbundesamt haben diese Fakten offenbar nicht beunruhigt.