Der Tübinger Industriedesigner Markus Heckhausen zog nach Ostberlin und betreibt dort einen schwunghaften Handel mit Ost-Ampeln, die er als Wohnzimmerleuchte (Wand/Tisch/Boden) entworfen hat. Laut Werbetext werde "durch die Ampellampe ein Stück Ost-Kultur auf dekorativ-humorvolle Weise weiterleben". Und so fort. Vom "ehrwürdigen Abgang" des Ostmännchens schleimt der Anbiederer aus Schwaben, vom "imaginären Siegerkranz", und natürlich beschäftigt er nur ostdeutsche Zulieferer. Dann folgen die Adresse (Auguststr. 75, 10117 Berlin, Tel./Fax 030/282 87 80) und der stolze Preis (198,- DM). Unseren Vorhaltungen gegenüber zeigte sich der Jungunternehmer, Jahrgang 1961, verstockt. Erhabe im Osten "viel dazugelernt".

Seine östlichen Partner seien "total freundlich und menschlich.

Da überlegt man nicht dauernd, wie man den anderen übers Ohr hauen kann. Dafür geht's etwas langsamer, behäbiger zu." Danke schön, Herr Ampelmann, für diese Einblicke in den "Sozialismus mit menschlichem Antlitz".

Trabi fährt Heckhausen inzwischen auch. Da nimmt's nicht wunder, daß er im Abbau der Ostmännchen keinen Beitrag zur Verkehrssicherheit erkennen will. Dabei gibt es wahrlich schon genug Leid auf den Straßen zwischen Kap Arkona und Fichtelberg.