Die Forschungskapsel schoß über Sibirien empor, stieß 1270 Kilometer hoch ins All - dreimal höher als ein US-Shuttle. Minuten später raste sie steil zurück zur Erde. Mit 17facher Schallgeschwindigkeit krachte sie in die Atmosphäre - die Außentemperatur schnellte auf 2400 Grad Celsius, die Bremswirkung der Luft auf 64faches Gewicht. Erst 1,8 Kilometer über dem Boden öffnete sich der Fallschirm.

Die russische Empfangstruppe auf Kamtschatka am Ostende Asiens hatte an einem Moor Aufstellung genommen. Hier konnte das Fluglabor weich landen.

Zum ersten Mal war westliche Raumfahrt von einem russischen U-Boot mit einer abgerüsteten Atomrakete gestartet. Und ebenfalls zum ersten Mal hatte ein deutsches Universitätsinstitut ein anspruchsvolles internationales Weltraumprojekt eigenständig realisiert, noch dazu mit verhältnismäßig wenig Geld. Die Bonner Raumfahrtagentur Dara brauchte für das ganze Projekt nur 1,2 Millionen Mark auszugeben.

Zum Vergleich: Die deutsche Express-Mission vom Januar 1995 verschlang bei üblicher Arbeitsteilung zwischen Wissenschaft und Industrie - mit ähnlicher russischer Wiederkehrkapsel, aber japanischer Rakete - das 25fache, nämlich 32 Millionen Mark.

Das Ganze ist rund ein Jahr her. Seit kurzem sind die Forschungsergebnisse bekannt ihr Gegenstand sind Strömungsvorgänge in Himmelskörpern, etwa das Umherfließen von Eisen oder Nickel in fernen Planeten.