Das ist schon richtig, daß die Botschaft wichtiger ist als das Gewand, in dem sie übermittelt wird. Also sind zunächst einmal die Gedichte von Bedeutung, die Joachim Sartorius im Rowohlt Verlag unter dem Titel "Atlas der neuen Poesie" versammelt hat, damit wir die zu lesen bekommen, obendrein auf deutsch und in den Sprachen, in denen sie verfaßt worden sind. Aber wer läse sie schon so aufmerksam und mit dem gleichen Vergnügen, wenn sie nicht mit dem nämlichen ästhetischen Anspruch verbreitet würden, also: in einer schönen Schrift gesetzt, schön auf Seiten angeordnet, gut gedruckt und sinnfällig gebunden, das heißt hingebungsvoll gestaltet? Kann man Texten eine größere Achtung erweisen als diesen? Inhalt und Darbietung zwischen zwei Buchdeckeln gehen eine Symbiose ein, das eine spiegelt sich im anderen. Und da es, wie in diesem Beispiel, auf wunderbare Weise geglückt ist, bekam das Buch den 1. Preis der Stiftung Buchkunst. Es gehört zu den "schönsten Büchern 1995", vierundfünfzig im ganzen und ein paar mehr, die nun zusammen mit allen, ungefähr siebenhundert, die sich um diese Ehre beworben haben, vom 2. bis 7. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse ausgestellt werden. Die vierundfünfzig gepriesenen und die fünfzehn gelobten Schönen sind zudem sehr überzeugend in einem Katalog (ISBN 3-7657-1951-X) dargestellt, der über den Kommissionsverlag der Buchhändlervereinigung GmbH, Frankfurt am Main, geordert werden kann.