BERLIN. - Bis 1981 war der Deutsche Dom am Gendarmenmarkt (damals Platz der Akademie) eine rußgeschwärzte Ruine. Birken wuchsen aus dem Turmschaft. Jetzt ist der Wiederaufbau vollendet. Der Dom, durch Grundstückstausch in den achtziger Jahren Staatsbesitz, ging an den Bund über und wird demnächst die aus dem Reichstag ausgelagerte Ausstellung "Fragen an die Deutsche Geschichte" beherbergen.

Der Architekt Pleuser hat die von der DDR eingezogenen Betoneinbauten genutzt und eine ironisch-heitere Ansicht des "Geschichtssteinbruchs" geschaffen. Wenn jetzt noch die Baucontainer verschwinden, fällt der Blick auf das Glanzstück des "römischen Berlin": Durch die beiden Türme Carl von Gontards, 1785 an die bescheidenen Hallenkirchen des Französischen und Deutschen Doms angebaut, wurde der Gendarmenmarkt zur monumentalen städtebaulichen Figur. Allein, dieser Sinn ist dahin: Die banale, sieben- bis achtstöckige Randbebauung von heute degradiert die beherrschende Stadtgestalt zur historischen Miniatur.