Die altehrwürdige Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte hat mit ihrem Image zu kämpfen. Böse Zungen reden von einem Altherrenverein.

Und in der Tat dominierten weißhaarige Köpfe - im Publikum wie auf dem Podium - das Bild auf ihrer 119. Versammlung, die dieser Tage in Regensburg stattfand.

Dabei bemühte sich die Gesellschaft diesmal sichtbar darum, das Programm aufzupeppen. Jeder Tag hatte ein attraktives Thema (Zeit, Energie, Materie und Information), zu dem Physiker, Chemiker, Biologen und Mediziner - unter ihnen keine einzige Frau - etwas vortrugen. Vereinzelt entspannen sich sogar Kontroversen - beim Thema Energie etwa zwischen dem Chemiker und dem Biologen. Die Gelegenheit, sie auszutragen, fehlte allerdings - die Honoratioren am Mikrophon bleiben daher unangefochten.

Auf der Podiumsdiskussion "Auf dem Wege zum Energiekonsens" mit der niedersächsischen Umweltministerin Monika Griefahn und Siemensvorstand Adolf Hüttl hätten dann die Fetzen fliegen können. Doch zeigten sich wieder einmal die Schwierigkeiten deutscher Wissenschaftler, ihre Erkenntnisse in einen öffentlich geführten Streit einzubringen alle drückten sich davor, eindeutig Stellung zu beziehen.

Mit solchen Tagungen visiert die Forschung das Ziel an, sich an das Publikum zu wenden. Aber noch trifft sie es nicht, sondern zielt nur ungefähr in die richtige Richtung.