Zwei Sängerinnen: zwei Schwestern - Georgia und Sadie. Die eine singt in den großen Musikhallen im Zentrum, die andere in den dunklen Kaschemmen on the road. Seit ihrer Kindheit lieben sie es, miteinander zu spielen, füreinander zu musizieren, gegeneinander zu konkurrieren.

Georgia ist die Erfolgreiche: Sie ist berühmt, anerkannt, beliebt.

Sadie ist die Außenseiterin: Sie lebt am Rande und läßt nichts aus. Georgia singt klar, rein und virtuos: wie ein Engel - so, als müsse sie den Zauber des Paradieses beschwören. Sadie singt frivol, schmutzig und schamlos: wie der Teufel - so, als müsse sie all ihre Drogen- und Alkoholsünden in die Stimme legen. "Worauf ich hören muß? Bass and drums. Du darfst nicht spielen, nichts vorlügen!"

Georgia und Sadie, und die Geschichte ihrer Aufs und Abs. Wenn sie zusammen sind, ertragen sie sich nicht. Wenn sie getrennt sind, halten sie es erst recht nicht aus. Sie streiten, loben, schelten sich, mal distanziert, mal zugeneigt. Sie platze vor Bewunderung, Stolz und Liebe, erklärt Sadie einmal ihrer Schwester, um einen Augenblick später zu sagen, sie habe stets das Gefühl, wenn sie ihr gegenüberstünde, daß keiner zu Hause wäre.

Zwei Schwestern. Sie küssen - und sie schlagen sich. Nicht daß sie in ihrem Innersten einander feindlich wären nur gegensätzlich bis zum Äußersten. Vergleichbar dem sanften Schneeweißchen und dem ungestümen Rosenrot im Märchen. Oder der reinen, heiligen, familienversöhnenden Iphigenie und der wilden, maßlosen, muttermordenden Elektra in der griechischen Mythologie. Oder auch der sympathischen, wohlklingenden Joan Baez und der zügellosen, exzessiven, rauhen Janis Joplin in der Popkultur der sechziger Jahre.

Georgia lebt in geordneten Verhältnissen, sie besitzt ein großes, komfortables Haus in idyllischer Umgebung, sie hat einen netten Mann und zwei freundliche Kinder. Und sie will nichts weiter, als in aller Ruhe ihr beschauliches Leben zu genießen. Der Refrain ihres Lieblingssongs: "No more hard times" - Nie wieder schwere Zeiten.

Sadie dagegen ist ein Kind der Hölle. Sie besitzt nichts und ist nirgendwo zu Hause. Für sie ist der Himmel immer schwarz, die Sonne blendet, statt zu wärmen, und Amerika ist ein Niemandsland ohne Grenzen. Ihre Männer wechselt sie so häufig, daß Georgia kaum darauf achtet, wie sie heißen. Als sie dann den jungen Axel kennenlernt, der sich voller Liebe um sie kümmert, wie sonst nur Frauen um ihre karrieresüchtigen Männer, weiß sie sofort, welche Chance sich ihr da bietet. Sie ist aufgeschlossen, engagiert, zärtlich - und doch unfähig, diese Chance zu ergreifen.