Hans Schuh: "Mehr Macht für die Vernunft" Gero

von Randow: "Die Klugheit der Laien", ZEIT Nr. 38

Bravo! Beide Autoren haben auf unterschiedliche Weise deutlich gemacht, wie irrational inzwischen der Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen in der politischen und wirtschaftlichen Debatte geworden ist. Unterschlagen wird leider, daß hier auch die Medien einen ganz gravierenden Anteil haben. Wo kann schon behauptet werden, daß wissenschaftliche Inhalte neutral, kompetent und ohne in eine Richtung hin instrumentalisiert zu werden transportiert werden? Bleibt am Ende etwa nur die Erkenntnis, daß wir alle Opfer von Meinungen sind, die sich in unserer persönlichen Frühgeschichte, aufgrund welcher Faktoren auch immer, manifestiert haben und von denen wir nur noch selten abrücken?

Karl Hübner, Unna

Die Aufforderung zum rationelleren Umgang mit dem technischen Fortschritt war längst überfällig. Wären auch die Autoren schon früher dafür eingetreten, daß manche komplexen Fragen nur von echten - und nicht von publikumswirksam selbsternannten - Sachverständigen zu erörtern und zu lösen sind, wäre es heute um den "Standort Deutschland" besser bestellt und die Zahl der qualifizierten Arbeitslosen merkbar geringer.

Dr. Harry Krolewski, Dortmund

Randows Versuch einer kritischen Betrachtung des Beitrags von Schuh anhand des Umgangs mit Zivilisationsrisiken unter gegebenen politischen und ökonomischen Bedingungen verliert seine brauchbare Linie spätestens, wenn er zu den "Laien" kommt. Ob "Laien" nun dümmer sind oder klüger als die "Experten der Vernunft", könnte allenfalls an deren Argumenten überprüft werden. So weit geht von Randow gar nicht. "Laien" (gemeint ist vermutlich der normale Normalbürger) sollen klug sein. Warum? Weil sie Kerntechnik produzieren.