Reiner Luyken: "Die Protest-Maschine", ZEIT Nr. 37

Ich habe mich daran gewöhnt, daß mit dem Widerstand gegen die Professionalisierung in der Umweltbewegung auch meine Person zum Ziel persönlicher Unterstellungen geworden ist. So spricht der Autor davon, ich hätte bei Greenpeace International die ganze Führungsriege ausgewechselt und "personelle Säuberungen" vorgenommen.

Davon kann keine Rede sein. Ein einziger Direktor hat Greenpeace im Dissens verlassen, hinzu kamen Budgetkürzungen, von denen einige Mitarbeiter betroffen waren. Diese Budgetkürzungen waren - wie im letzten Jahr ausführlich berichtet - leider für die finanzielle Konsolidierung notwendig.

Der Autor schreibt, unsere Personalabteilung in Amsterdam würde unter dem "schrecklichen" Namen "Humankapital" firmieren. Die Abteilung heißt Human Resources, wie auf der ganzen Welt im englischen Sprachraum. Das weiß der seit Jahren in Großbritannien ansässige Mitarbeiter nur allzu gut. Wenn der Verfasser vom Umbau für eine halbe Million Dollar in dem von uns gemieteten Gebäude spricht, suggeriert er Schönheitsreparaturen auf Kosten von Spendengeldern.

Er weiß, daß dieser Umbau nötig ist, weil unsere Presse-, Medien- und Videoabteilung aus London nach Amsterdam zieht und erhebliche Investitionen getätigt werden müssen.

Thilo Bode

(Greenpeace International), Amsterdam