Heinz-Klaus Metzger: "Beklemmend hohl",

ZEIT Nr. 37

Auch der Autor wählt für seine rufschädigende Hinrichtung die deutsche Form der "Endlösung". Für ihn scheint künstlerische Begabung darin zu bestehen, daß den von ihm selbst (vor Jahren) postulierten ästhetischen Richtlinien (immer noch) entsprochen wird. Welch totalitäre Vorgehensweise einer selbstgerecht elitären und selbsternannten Kunstbehörde! Zum opportunistischen Nachbeter fundamentalistischer, ehemals fortschrittlicher Normen bin ich tatsächlich weder begabt noch konservativ genug. Unwidersprochen jedoch kann nicht bleiben, wie meine zwanzig Jahre alte Schrift "Durch Musik zum Selbst" als Exotismen-Anverwandlung abgetan wird. Das ist sachlich ebenso unrichtig und ethnozentrisch beengt wie die böswillig in Anführungszeichen gesetzte Unterstellung, ich hätte mich irgend um eine eigenständig deutsche Minimal Music bemüht. Als ich Ende der sechziger Jahre (ohne jeden Außeneinfluß!) eine Form konzentrisch-periodischer Musik entwickeln wollte, hat es das Wort minimal als musikalischen Terminus noch gar nicht gegeben! Und sobald das Ganze als etwas Amerikanisches Konjunktur hatte, war ich längst weiter auf meinem Weg integrativer Vielsprachigkeit, welchem diejenigen Musikfreunde und Fachleute sehr wohl etwas abgewinnen konnten, die nicht so starr und verbohrt den altavantgardistischen Prämissen nachhängen und auf diesen stur und apodiktisch beharrten.

Peter Michael Hamel, Aschau