Olof Palme - das berühmteste Opfer der Apartheid? Die südafrikanische Geheimpolizei sei in das Attentat auf den schwedischen Premierminister, geschehen am 28. Februar 1986 in Stockholm, verwickelt gewesen, behauptet der Ex-Geheimpolizist Eugene de Kock. Der Oberst leitete eine berüchtigte Spezialeinheit, die Gegner des weißen Regimes mit allen Mitteln ausschaltete. Dirk Coetzee, sein Amtsvorgänger, erhärtet die Aussagen: Achtzig bis neunzig Agenten Pretorias seien an dem akribisch vorbereiteten Mordanschlag beteiligt gewesen.

Ein Söldner namens Anthony White habe die Tat ausgeführt.

Alles erstunken und erlogen, sagen Skeptiker in Schweden und Südafrika.

Was kann man einem Berufskiller wie de Kock, unlängst des sechsfachen Mordes und 83 weiterer Verbrechen für schuldig befunden, schon glauben? Wer will die Verschwörungstheorien eines Dirk Coetzee noch ernst nehmen, eines Renegaten, der einst für das Burenregime Todesschwadronen aufbaute und heute ein bekennender Anhänger der Befreiungsbewegung African National Congress (ANC) ist? Und überhaupt: Welches Motiv läge der Tat zugrunde?

Der schwedische Premier sei "ein Dorn im Fleisch des Apartheidregimes" gewesen, sagt Coetzee. In der Tat hat Palme wie kein zweiter westlicher Staatschef den ANC unterstützt aus Schweden flossen reichlich Alimente für den Widerstandskampf. Man weiß unterdessen auch, daß sich die meisten sonstigen Bekenntnisse von Coetzee, 1989 noch als pure Phantasterei abgetan, mit der Realität decken.

Die Geständnisse de Kocks lieferten wertvolle Hinweise auf etwa fünfzig unaufgeklärte Verbrechen. Außerdem: Die früheren Spitzenpolizisten haben nichts mehr zu verlieren. Sie machen reinen Tisch und hoffen, von der Wahrheitskommission - sie soll die Untaten während der Apartheidjahre aufklären - amnestiert zu werden.

In Aussagen von Coetzee und de Kock taucht der Name des berüchtigten "Superspions" Craig Williamson auf, angeblich der Drahtzieher des Mordkomplotts und ein alter Bekannter der schwedischen Ermittler.