Nun ist die Schuldenkrise der ärmsten Länder gelöst. Jedenfalls soweit es die Gläubiger betrifft. Die haben in Washington ihre Meinungsverschiedenheiten über eine neue Initiative beigelegt.

Nicht nur die einzelnen Länder, sondern auch der Internationale Währungsfonds (IWS) und die Weltbank werden nicht allzu viele Federn lassen müssen. Das war das wichtigste Ziel der Amerikaner, geschickt verborgen hinter einer inszenierten Kontroverse über den Verkauf von Gold des IWF.

Ungefähr ein Zehntel ihrer Schulden soll den Habenichtsen erlassen oder umgeschuldet werden. Die Bedingungen dafür sind freilich hinreichend diffus gehalten, um politische Spielräume zu lassen: Nun wird gefeilscht, wem tatsächlich unter die Arme gegriffen wird. Mit verzweifelter Ironie hieß es in Washington, ein Kriterium werde die Sprache sein - eine Anspielung auf Frankreichs Wunsch, möglichst viele seiner Exkolonien auf die Liste der Begnadigten zu bringen. Auch die Gnade hat Interessen.