Als sich der CDU-Abgeordnete Reinhard Göhner kürzlich der Bonner Presse als neuer Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Nachfolger des langjährigen Statthalters Fritz-Heinrich Himmelreich vorstellte, waren alle ganz gespannt. Die Frage: Wie wird er nun im eigenen Haus mit der Kürzung bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall umgehen?

Ein Schnitt in ihr betriebsinternes Sozialnetz wäre für die BDA- Mitarbeiter um so schmerzlicher, als sie bisher ganz exklusive Regelungen genießen. Ob Göhner die jetzt antastet, ließ er bei seiner Vorstellung in Bonn allerdings offen. Er wolle erst mit den Mitarbeitern reden, ließ er vorsichtig wissen.

Wie aus einer anderen Bemerkung herauszuhören war, scheint dagegen sicher, daß die Bezüge auf der Managementebene erhöht werden.

Auf Fragen, wie er in der obersten BDA-Etage mit der Lohnfortzahlung verfahren wolle, verwies Göhner auf die mittlerweile in der Wirtschaft üblich gewordene Praxis erfolgsabhängiger Vergütung. Und das läßt nur eine Deutung zu: Nachdem die BDA-Manager mit ihrer Bundestagslobby doch so erfolgreich für eine Kürzung der Lohnfortzahlung gesorgt haben, müßten die Mitgliedsverbände dafür eigentlich eine satte Erfolgsprämie ausschütten.

Und damit die BDA-Lobby weiter erfolgreich bleibt, wird der neue Arbeitgeberfunktionär sein Bundestagsmandat auch in Zukunft behalten.

Mit so viel Dynamik hat niemand gerechnet. Die Liberalisierung des Telephonmarktes in Europa wirbelt die Branche derzeit mächtig durcheinander. Den jüngsten Coup konnte vergangene Woche wieder einmal Mannesmann vermelden. Nachdem der Düsseldorfer Konzern den Zuschlag für eine Beteiligung bei der Telekommunikationstochter der Deutschen Bahn (DBKom) erhalten hat, will er jetzt zusammen mit British Telecom und der amerikanischen Telephongesellschaft Southwestern Bell beim neuen französischen Telekommunikationsanbieter Cegetel einsteigen. Gemeinsam möchten die Unternehmen von 1998 an der staatlichen Fernmeldegesellschaft France Télécom im Nachbarland Konkurrenz machen.

Aufhorchen läßt diese geplante Kooperation vor allem deshalb, weil British Telecom hierzulande bereits mit dem RWE und Viag verbandelt ist, um der deutschen Telekom Paroli zu bieten. Genau das plant aber auch Mannesmann, auf dem heimischen Markt allerdings zusammen mit der amerikanischen Telephongesellschaft AT&T.