Da staunt der deutsche Michel. Jenseits der Alpen, dort wo viele Bundesbürger gemeinhin nur das Chaos wähnen, tut sich Unglaubliches.

Die italienische Regierung, dazu noch eine linke, hat den Rotstift gespitzt. Sparen und sanieren steht auf den roten Fahnen. Ein Aufschrei, Demonstrationen, gar Generalstreik? Nichts dergleichen.

Die Gewerkschaften ziehen mit. Und die Lira, diese Inkarnation einer Schwachwährung? Ihr Kurs steigt und steigt. Selbst die Mark wertet dagegen ab. Armenhaus Deutschland, Zukunftsland Italien?

Nein. Die Sache ist viel einfacher: Das Euro-Land kommt. Was DM-Nationalisten nie für möglich gehalten haben und auch manchen Anhänger des Projekts bisweilen zweifeln ließ es scheint kaum mehr aufzuhalten: eine gemeinsame europäische Währung. Ob Länder wie Italien schon 1999 dabei sein werden, steht in den Sternen. Doch eins ist gewiß.

Die Faszination des Euro wächst, selbst um den Preis von Schweiß und Tränen. Für diese Einsicht: mille grazie, Italia.