Wer trägt die Verantwortung für die Unruhen, bei denen Ende Juli in der indonesischen Hauptstadt Jakarta fünf Menschen starben und 149 verletzt wurden? Kommunistisch beeinflußte jugendliche Oppositionelle, behauptet die Regierung. Falsch, erwidert die Nationale Menschenrechtskommission. Ende dieser Woche will sie ihren Untersuchungsbericht darüber vorlegen, was beim Sturm auf das Hauptquartier der Demokratischen Partei Indonesiens (PDI) am 27. Juli wirklich geschah. Das wichtigste Ergebnis hat der stellvertretende Kommissionsvorsitzende, Marzuki Darusman, im Gespräch mit der ZEIT vorweggenommen. Die Regierung selbst sei an der Eskalation schuld, weil sie die Spaltung der PDI betrieben habe. "Unzulässige Einmischung der Regierung in die inneren Angelegenheiten einer politischen Partei" - so lautet das Verdikt der Kommission.

Damit bringt sie das Suharto-Regime in arge Erklärungsnot. Sie wurde vor Jahren von der Regierung eingesetzt und sollte das kritische Ausland beschwichtigen. Nun sagt sie dem eigenen Volk die Wahrheit.