Nicht nur der verregnete Frühsommer hat den deutschen Urlaubszentren zum Teil erhebliche Einbußen beschert. Auch die wirtschaftliche Lage hat sich negativ auf die Buchungszahlen in Deutschland ausgewirkt.

Insgesamt seien die Erwartungen dennoch übertroffen worden, meint sarkastisch Heinz Gartzke vom Fremdenverkehrsverband Schleswig-Holstein.

"Allerdings nur deshalb, weil wir unsere Erwartungen ziemlich niedrig angesetzt hatten." Erst ab Juli seien die Buchungen angestiegen.

Lediglich die Topquartiere hätten von der Flaute kaum etwas zu spüren bekommen. So könne man zum Beispiel auf Sylt zufrieden auf den Sommer zurückblicken. "Und auch für 1997 liegen hier bereits eine Menge Buchungen vor." Auf die Nachsaison setzen die Urlaubszentren im Norden wegen der bislang geringen Nachfrage allerdings wenig Hoffnung.

Grundsätzlich sei man noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen, meint Ralf Ostendorf vom Fremdenverkehrsverband Nordsee-Niedersachsen-Bremen.

Durch das schlechte Wetter habe es vor allem Einbrüche im Tagesgeschäft gegeben. Lediglich der August habe den Umsatz noch einmal angeschoben.

Auch im Süden des Landes blickt man mit gemischten Gefühlen auf den Sommer zurück. "Im Juli herrschte regelrecht Krisenstimmung", sagt Angela Förster vom Fremdenverkehrsverband Bodensee-Oberschwaben.