An Hiobsbotschaften sind die Beschäftigten des Magdeburger Schwermaschinenbauers Sket gewöhnt. Seit Jahren brechen Untergangsmeldungen regelmäßig über ihr Unternehmen herein - und bisher spendete jedesmal ein Sanierungskonzept wieder Hoffnung. Nun sind die Umsätze erneut kräftig eingebrochen, und wieder steht ein neues Rezept zur Debatte.

Doch wenn das angewandt würde, sagt Claus Matecki, Aufsichtsratsvize und Chef der Magdeburger IG Metall, "dann ist Sket tot".

Die Krisenzahlen, die Geschäftsführer Werner Kirchgässer vor Wochenfrist den Aufsichtsräten präsentierte, machen die Dramatik der Lage klar: Statt 221 Millionen Mark Umsatz, wie noch im April geplant, werde Sket 1996 gerade 122 Millionen erreichen der erwartete Verlust von 190 Millionen Mark dürfte hingegen ungeschmälert bleiben.

Dabei sollte das einstige DDR-Vorzeigekombinat, das sich noch immer in Obhut der Treuhand-Nachfolgebehörde BvS befindet, schon von 1998 an schwarze Zahlen schreiben.

Vom Ziel einer erfolgreichen Privatisierung scheint Sket indes weiter entfernt denn je. Ohne weitere Einschnitte, fürchten Geschäftsleitung und BvS, droht dem Unternehmen alsbald das Aus. Doch die in Aussicht genommene Therapie sieht eine Aufspaltung des Untenehmens vor - und die ist höchst umstritten.

Der Vorschlag der Unternehmensberatung Roland Berger, von dem sich die BvS den Abschluß eines unrühmlichen Privatisierungs-Kapitels erhofft: Die vier Geschäftsfelder - Walzwerke, Kabel und Draht, Ölsaaten, Fertigung - seien in selbständige Unternehmen aufzuteilen und gegebenenfalls einzeln zu privatisieren. Zusätzlich zum schon geplanten Abbau von 1700 auf 1100 Arbeitsplätze würden dann weitere 600 Stellen obsolet.

Dabei hatten sich in der Vergangenheit hochrangige Wirtschaftspolitiker, darunter der Bonner Wirtschaftsstaatssekretär Johannes Ludewig sowie Klaus Schucht, Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt, immer wieder für einen Erhalt des Konzerns stark gemacht. "Eine Zerfledderung von Sket", so Schucht, "wäre ein großer Fehler."