Die feine Art ist es in keinem Fall, wenn die Ersatzkassen den Versicherten ausgerechnet dann höhere Beiträge ankündigen, wenn diese nicht mehr von ihrem Vertrag zurücktreten können. Wer nämlich seiner Kasse bis jetzt nicht gekündigt hat, kann erst im nächsten Jahr wieder zu einer preiswerteren Konkurrenz wechseln.

Allerdings: Auch wenn höhere Beiträge die Lohnzusatzkosten steigern - in der Sache sind sie unausweichlich. Nur jetzt bot sich den Kassen die Gelegenheit, schnell noch einmal vorzusorgen. Denn vom Jahreswechsel an müssen die Kassen ihre Beiträge auf Grund des Sparpakets wieder senken. Obendrein will Horst Seehofer künftige Beitragsanhebungen weiter erschweren.

Woher aber, fragt man da, soll das Geld kommen, das auf diese Weise nicht mehr eingenommen werden kann? Logisch wäre es, den Rotstift bei den Ausgaben anzusetzen. Doch mit dieser Logik steht der Gesundheitsminister auf dem Kriegsfuß. Er nämlich hindert die Krankenkassen daran, im Gesundheitssystem zu sparen, wo dies möglich wäre. Die Beiträge könnten sogar sinken, bekämen nutzlose Pillen und Pasten nicht immer wieder höchsten Segen - von Seehofer.