Wer Glück hat und den Blick ins Blaue richtet, kann ihn sehen: In einem vollverglasten Erkerzimmer im ersten Stock gestikuliert Friedrich Küppersbusch vor einem Schreibtisch, zückt sein Handy oder wälzt Aktenberge.

Das Gebäude, in dem er wirkt, befindet sich zu großen Teilen noch im Rohbau. Und während mit Preßlufthammer und Bohrer noch an der Fassade gearbeitet wird, werden in den Redaktionsräumen, zwischen losen Kabeln und Umzugskartons, lautstark immer neue Trailer, Trenner und Themen entwickelt, diskutiert und produziert.

Zehn Tage bevor die neue Sendung von Friedrich Küppersbusch und seinem Team am 5. Oktober erstmals sechzig Minuten lang über den Kölner Sender geht, ist noch fast alles offen. Daß künftig Publikum im Saal sitzen und daß der Duisburger Fußballverein Hamborn 07 aus der 6. Liga gesponsert wird, steht allerdings fest: WDR-Intendant Pleitgen, der selbst aus Duisburg stammt, ist dafür Ehrenmitglied des kleinen Vereins geworden. Der rasant geschnittene Bericht vom Spiel Hamborn 07 gegen Union Mülheim 09 auf einem harten Aschenplatz ist eines der wenigen Stücke aus der Pilotsendung, das auch vor dem Sendestart vorgeführt werden darf.

Die neue Sendung namens "Privatfernsehen" , Nachfolgerin von "Zak" , soll aber ein Politmagazin werden - und die Berichterstattung über den gerade aus der 5. in die 6. Liga abgestiegenen Sportverein wird deswegen auch die Region, in der die Sportler leben, Duisburgs Norden mit einer Arbeitslosigkeit von fast zwanzig Prozent, ins Visier nehmen. Künftig sollen zwei oder drei Studiogäste auftreten - und weil mehr Zeit für die Gespräche bleibt als bei "Zak", müssen sie nicht alle prominent sein: "Ich bin nicht gezwungen, mit ihnen sofort in die Debatte einzusteigen, sondern kann sie auch in Ruhe vorstellen."

In den Pilotsendungen war außer dem SPD-Sozialpolitiker Rudolf Dreßler der mittlerweile aus dem Bundestag verschwundene junge Unionspolitiker Stefan Schwarz eingeladen, der jetzt als Ökolobbyist in Bonn wirkt, und ein katholischer Ordensbruder, der lange Zeit in Algerien missioniert hatte, sich heute aber gegen die Entwicklungspolitik der Deutschen Bank engagiert.

Am 5. Oktober, nach dem "Wort zum Sonntag", wird Christoph Daum im Studio sitzen, früher bei Hamborn 07, später Trainer des deutschen Meisters VfB Stuttgart, nun bei Bayer Leverkusen. Daß künftig eine Stunde Zeit sein wird, soll Küppersbusch zufolge auch den Beiträgen zugute kommen: Sieben Minuten für ein Thema seien vorstellbar, es müsse auch nicht jede Nanosekunde ein Schnitt erfolgen.