Was ist ein Art-director? So eine Art Direktor, witzeln die Kollegen aus der Textredaktion, wenn sie die Arbeit des Ästheten im Pressealltag abwerten wollen. Zwar nennt sich unser Gewerbe das graphische, aber der Graphiker, der Gestalter, gilt nicht in allen Redaktionen gleich viel.

Doch: Was nützt der bestgeschriebene Artikel, der packende Gedanke, wenn er nicht schwarz auf weiß, sondern grau in grau daherkommt?

Layout kann Leser verführen, kein Layout aber Leser vergraulen.

Manche Journalisten glauben, es reicht, ein Thema zu finden, es zu schreiben und dann zu drucken, Druck allein adelt ja. Was aber aus einer Summe von Artikeln erst eine Zeitung, eine Zeitschrift macht, das ist die Auslage, zu deutsch das Layout: die Photos, die Dokumente, die Illustrationen, die Farbe, die Schrift, die Leserführung. Und da gab, da gibt es Mängel.

Lange Zeit beim Spiegel. Jahrzehnte sah er aus wie ein DDR-Produkt.

Photos waren bestenfalls Dokumente, schlimmstenfalls Symbole.

Die graphischen Darstellungen hatten den Charme der Wiederaufbauzeit.