Dem Appell von ZEIT-Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff, den ehemaligen Staatschef von Nigeria, Olusegun Obasanjo, zum Nachfolger von Butros Butros-Ghali als Generalsekretär der Vereinten Nationen zu berufen, haben sich drei Bundestagsabgeordnete angeschlossen.

In einer gemeinsamen Erklärung von Christa Nickels (Bündnis 90/Die Grünen), Ingrid Becher-Iglau (SPD) und Helmut Jawurek (CDU/CSU) heißt es, eine Nominierung Obasanjos zum UN-Generalsekretär "wäre für die Stärkung der oppositionellen Demokratiebewegung in Nigeria ein bedeutsames internationales Signal". Obasanjo sitzt zur Zeit in Nigeria im Gefängnis die herrschende Militärdiktatur ließ ihn in einem Geheimprozeß wegen eines angeblichen Putschversuches verurteilen. Inzwischen hat auch Außenminister Klaus Kinkel an die nigerianische Regierung appelliert, Obasanjo, "eine der wichtigsten Stimmen des afrikanischen Kontinents", freizulassen. In einem Buch, das Ende des Monats in New York veröffentlicht wird, setzen sich auch Südafrikas Präsident Mandela, sein Vorgänger de Klerk, der frühere britische Premier Callaghan und Exbundeskanzler Helmut Schmidt für die Freilassung Obasanjos ein.