WASHINGTON. - Wieviel Geld sollten die Vereinigten Staaten ausgeben, um ihre Interessen am Persischen Golf zu schützen?

Die 44 Marschflugkörper zu 1,2 Millionen Dollar pro Stück, die gegen irakische Flugabwehrstellungen eingesetzt wurden, haben zwar die größte Aufmerksamkeit erregt, aber sie waren der billigste Teil der Operation gegen Saddam Hussein im vergangenen Monat.

Die meisten Raketen wurden von Milliarden-Dollar-Schiffen gestartet, deren Betrieb Tausende von Dollar pro Stunde kostet und die für Millionen von Dollar pro Jahr gegen mögliche Angriffe geschützt werden müssen.

Nach dem Golfkrieg schuf die amerikanische Marine die Fünfte Flotte, die im Golf stationiert ist. Sie besteht aus 21 Schiffen, auf denen 15 000 Soldaten Dienst tun. Daneben sind in der Region noch weitere zwölf US-Schiffe mit Ausrüstung für Bodentruppen stationiert und ungefähr 250 Flugzeuge, die die Flotte schützen und die Flugverbotszonen über dem Irak überwachen sollen. Außerdem befinden sich weitere 10 000 amerikanische Soldaten in Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, Qatar und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Dort ist zudem die Ausrüstung für eine zusätzliche Armee-Brigade disloziert.

Seit dem Golfkrieg haben die Vereinigten Staaten diese bereitstehende Streitmacht mehrmals mit einem zweiten Flugzeugträger, einem Geschwader von Stealth-Jagdflugzeugen sowie zusätzlichen Luftverteidigungseinheiten und Bombern verstärkt.

Wie Michael O`Hanlon, ein Militärfachmann am Washingtoner Brookings-Institut feststellt, belaufen sich die Gesamtkosten für die Unterhaltung der amerikanischen Streitmacht am Golf pro Jahr auf mindestens fünfzig Milliarden Dollar. Ziel dieser großen Ausgaben ist es, sicherzustellen, daß weder der Iran noch der Irak die Ölfelder von Saudi-Arabien und Kuwait bedrohen können. Aber die Vereinigten Staaten importieren nur zehn Prozent ihres Öls aus dem Golf und geben dafür etwa zehn bis fünfzehn Milliarden Dollar aus.