Wenn so einer - Generalsekretär, Administrator - seine Arbeit gut gemacht hat, kennt die Öffentlichkeit seinen Namen (fast) nicht. Um so schöner, daß er nun in einem Buch öffentlich bedankt, ja gepriesen wird. Der neue Präsident, Hilmar Hoffmann, lobt: "Horst Harnischfeger war ein Glücksfall für das Goethe-Institut und für die Auswärtige Kulturpolitik unseres Landes." Der alte Präsident, Klaus von Bismarck, der am längsten mit dem Mann zusammengearbeitet hat, der von 1976 bis 1996 auf der Brücke des immer von den Stürmen der Politik gebeutelten Goethe-Schiffchens gestanden und Kurs gehalten hat, bekennt: "Für mich als Präsidenten war er ein idealer Partner. Wir konnten uns ergänzen." Solches Lob wird Harnischfeger gespendet in einem Buch, das sein Nachfolger, Joachim Sartorius, herausgegeben hat: "In dieser Armut - welche Fülle! - Reflexionen über 25 Jahre Auswärtige Kulturarbeit des Goethe-Institus". Aufsätze, Erinnerungen, Anekdoten von Enzensberger bis zu Kinkel, Grass zu Nooteboom, Herta Müller bis zu Kathinka Dittrich. Hoffentlich halten alle durch bis zu Seite 270. Dort fordert der Regisseur Roberto Ciulli, mit guten Gründen: "Statt den Etat des Goethe-Instituts weiter zu kürzen, müßte eigentlich dessen Etat verdoppelt werden."

(Steidl Verlag, Göttingen, 288 Seiten, 18 Mark)