Ein Loch ist ein Nichts mit etwas drum rum. Nur die Schwarzen Löcher im All sind mehr, als wir sehen können. Sie sind nämlich Himmelskörper mit so ungeheuer großer Dichte, daß ihre Anziehungskraft sogar Licht einfängt. Ein solches Gebilde mit der Masse von mehr als zweieinhalb Millionen Sonnen haben jetzt Reinhard Genzel und Andreas Eckart vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching in unserem Sonnensystem geortet. Es liegt im Sternbild Schütze (Sagittarius), 24 000 Lichtjahre von der Erde entfernt den Blick dorthin verschleiern dichte Gas- und Staubwolken.

Fünf Jahre lang haben die beiden Forscher mit einer Infrarotkamera der Europäischen Südsternwarte in Chile die Bewegungen von 200 Sternen um eine Strahlungsquelle namens Sgr A

beobachtet. Die Planeten rasen mit bis zu 1500 Kilometern pro Sekunde um einen Punkt im Zentrum der Milchstraße eine ungeheure Anziehungskraft hindert sie daran, einfach davonzufliegen. Alle 10 000 Jahre verschluckt der kosmische Staubsauger einen Stern unserer Milchstraße. Berechnungen für Sternbahnen um ein Schwarzes Loch stimmen genau mit den gemessenen Ergebnissen überein, was die Annahme der Garchinger stützt: Ein Loch in der Straße.