Martina Keller: "Sterbe, wer will?", ZEIT Nr. 39

Der Autorin ist es gelungen, einen Beitrag für das Leben zu schreiben.

Sie klagt nicht an - stellt nur einige sehr unangenehme Fragen.

Menschen, die um aktive Sterbehilfe bitten, sind Menschen, die so - wie sie gerade leben - nicht mehr leben wollen. Das heißt noch lange nicht, daß sie nicht leben wollen. Ferner bin ich der Überzeugung, daß sie die Verantwortung ihres Todeswunsches in Hände anderer geben. Ist die Frage um aktive Sterbehilfe nicht eher eine Bitte: Hilf mir, anders zu leben - aber hilf mir zu leben!

Luca Lehmann, Hildesheim

Leider wurde nicht die Frage gestellt, warum es so viele schwer leidende Schwerstkranke und Komapatienten gibt. Die technisierte Schulmedizin hat ein Eigenleben entwickelt, das verantwortliche Ärzte in ein immer größeres Dilemma gebracht hat und unter den gegenwärtigen Umständen längst nicht mehr von der Gesellschaft kontrolliert und gesteuert werden kann. Der oder dem einzelnen bleibt daher nur noch, durch eine bewußt formulierte Patientenverfügung von seinem Recht auf einen selbstbestimmten Tod Gebrauch zu machen.

Voraussetzung wäre aber, daß durch entsprechende gesetzliche Maßnahmen, die eine Klagemöglichkeit von Angehörigen gegen Ärzte zulassen, die solche Patientenverfügungen ignorieren, dieses Recht auch gewährleistet werden würde.