Nach langem Zögern will Postminister Wolfgang Bötsch (CSU) der Post nun doch erlauben, das Briefporto zu erhöhen - gegen den Willen seines Kollegen aus dem Wirtschaftsressort, Günter Rexrodt (FDP). Angesichts dieser Rollenverteilung stellt sich die drängende Frage: Droht mittlerweile selbst den gemeinhin gutbetuchten FDP-Wählern das Geld fürs Porto auszugehen? Mitnichten.

Rexrodt hat eine ganz andere Klientel im Auge. Ihm geht es vor allem darum, die Konkurrenten des Gelben Riesen zu schützen. Schließlich könnte der die Monopolgewinne aus dem Briefdienst dazu nutzen, den Paketdienst zu subventionieren, der schließlich im Wettbewerb steht. Bötsch hingegen fürchtet, daß die Post ihrer Pflicht zur flächendeckenden Versorgung nicht mehr nachkommen kann, sollte ihr das Geld ausgehen. Noch mehr Ämter müßten geschlossen, noch mehr Beschäftigte entlassen werden. Bürger haben deshalb schon protestiert. Zu dumm, daß diese Leute den Sinn von Wettbewerb einfach nicht verstehen.