Das Vorbild gaben erfolgreiche Ticketauktionen per Internet der Fluggesellschaften American Airlines und Cathay Pacific in den Vereinigten Staaten. Am 14. Oktober soll nun auch der Startschuß zur ersten Versteigerung von Flugreisen über den Computer in Deutschland fallen. Nutzer des Online-Dienstes Compuserve können künftig per Mausklick bei der Düsseldorfer Fluggesellschaft LTU ihr Gebot für bestimmte Flüge abgeben. Offeriert werden vorerst je sechs Tickets zu fünf Zielen - beispielsweise nach Orlando (Florida), Chiang Mai (Thailand) oder Granada (Spanien) zu Preisen zwischen 700 und 1200 Mark. Den Zuschlag erhalten die Meistbietenden.

LTU-Chef Hans-Joachim Driessen will mit diesem Einstieg ins Cyberbusineß die Auslastung seiner Maschinen erhöhen. Amerikanische Airline-Experten betrachten die elektronischen Auktionen als erfolgversprechende Methode, nicht verkaufte Tickets im letzten Augenblick doch noch an den Mann zu bringen. American Airlines konnte so auf einigen Strecken die Auslastung der Flugzeuge von 65 auf 100 Prozent erhöhen.

Bei LTU glaubt man, in fünf bis zehn Jahren bis zu zehn Prozent der Tickets auf diesem Vertriebsweg absetzen zu können. Weil die Kunden direkt buchen, bleiben allerdings die Reisebüros bei diesen Angeboten auf der Strecke. Klaus Laepple, Präsident des Arbeitskreises Mittelständischer Reiseunternehmen (asr), gibt sich daher bewußt skeptisch. Er halte Ticketversteigerungen derzeit für "total überschätzt". Gleichzeitig appelliert er aber an die Reisebüros, "die Positionen des elektronischen Vertriebs zu besetzen", um künftig mithalten zu können.

Auch Lufthansa-Kunden erhalten die Möglichkeit, vom 1. November an mit dem sogenannten Info-Flyway abzuheben. Die dafür notwendige CD-Rom erhalten alle Vielflieger. Sie können dann über ihren PC rund um die Uhr ihre Flüge reservieren.

Schon bald erwartet die deutsche Reisebranche auch den Einstieg von Medienkonzernen und Computerunternehmen mit Online-Diensten ins Touristikgeschäft. So plant der US-Elektronikkonzern Microsoft, bereits im kommenden Jahr ein komplettes Reisesortiment auf den Marktplatz des globalen Netzwerk-Dorfes zu werfen - zu buchen am heimischen PC. Gezahlt wird mit der Nummer der Kreditkarte, die später auf der Reise dann als Reisedokument genügt.

Zwischen Eurokommissar Karel van Miert und der italienischen Regierung brodelt es mal wieder. Es droht ein Streit um Subventionen.

Ganz zufällig, so berichtete van Miert jüngst vor einem Kongreß in Rom, habe er in einem Brief des italienischen Schatzministers Carlo Azeglio Ciampi von 1,5 Billionen Lire (1,5 Milliarden Mark) erfahren, die aus dessen Haushalt 1997 an die Holding IRI fließen sollen. "Das ist neu, das müssen wir aufklären", empört sich der Kommissar und vermutet wettbewerbswidrige Staatshilfen.