Ja, die Hausgemeinschaft ist sich einig, mit Mario M. gibt es immer Ärger. Die Mieter aus dem Harburger Hochhaus sind ins Amtsgericht gekommen, weil ihr Nachbar nun endlich für sein Terrorregime bestraft werden soll. Mario M. aber läßt auf sich warten.

Also erzählen seine Nachbarn schon mal, um was es geht: Peter B. sei an einem Samstag im April zu Besuch bei seinem Vater gewesen.

Plötzlich habe er ein "Mordsgetöse" auf dem Flur gehört. "Ich guck durch den Spion, was da los ist. Und da haut doch der Idiot von nebenan mit einer Zeitungsrolle immer auf Frau T. ein." Nicht nur so ein bißchen, "immer von oben drauf", die alte Dame sei schon ganz zusammengeknickt.

Frau B., eine zarte Fünfundsiebzigjährige, hört betrübt ihrer Leidensgeschichte zu. Was tun? fragte sich damals Herr H. hinter der schützenden Tür. "Ich ruf' nur: Vadder, der Spinner macht die Olsch platt." Wacker schritt der Mann, der heute im schmucken Marineblazer auftritt, gegen den Wüterich ein: "Halt, mein Freund!

So eine alte Frau schlägt man nicht!"

"Was willst du Idiot?" habe die barsche Entgegnung gelautet. Mario M. war offensichtlich sauer, daß man ihn beim Schlagen einer alten Frau störte, doch an Vater und Sohn H. wollte er seine Kräfte nicht erproben. Da fiel ihm etwas Besseres ein: "Dein Fernsehkabel läuft durch meinen Keller! Das verschwindet jetzt, du Scheißer!"

Gesagt, getan: Mit einem Seitenschneider eilte Mario M. hinab, und vorbei war es für Vater H. mit dem Kabelfernsehen.