Ist dies das Ende? Am Dienstag mittag trat die Geschäftsführung des Maschinenbauers Sket in Magdeburg den Gang zum Konkursrichter an. Die einst stolze Vorzeigefirma der DDR-Schwerindustrie soll zur späteren Privatisierung in fünf rechtlich selbständige Bereiche aufgeteilt werden. Das Bitterste an der Radikalkur: Unterm Strich bleiben von den gegenwärtig noch 1200 Arbeitsplätzen lediglich 570 übrig.

Lakonisch kommentierte der Sket-Aufsichtsrat: "Das Konzept verlangt Opfer." Die sind indes so gewaltig, daß die Vertreter der Arbeitnehmer jede Beteiligung an seiner Verwirklichung ablehnen. Beim bis dahin letzten Sanierungskonzept vom 10. April dieses Jahres hatte die Belegschaft noch mitgespielt. Danach sollte die Zahl der Mitarbeiter bis zum Jahr 1998 auf gut tausend reduziert werden - mit der Aussicht, bald Gewinne zu erwirtschaften.

Aber die Geschäfte gehen schlecht. Im laufenden Jahr wird es nichts mit dem erwarteten Umsatz von 220 Millionen Mark. Höchstens 120 Millionen Mark gelten noch als realistisch - mit der Hoffnung auf dicke Aufträge 1997. Die Gewerkschafter bei Sket sprechen von einer "Delle im Auftragseingang" und wettern gegen das "gezielte Kaputtreden" des einst stolzen Betriebes. "Das internationale Renommee ist unvermindert gut bis sehr gut", beteuert ein Sket-Mitarbeiter.

Was fehle, sei das Vertrauen der Kunden in das Überleben des Unternehmens: "Die Abwicklung eines Auftrags für eine Walzstraße dauert drei Jahre, mindestens zehn Jahre gilt die Garantie." Wer nicht davon überzeugt ist, daß Sket in drei Jahren wenigstens aus dem Gröbsten heraus ist, der laufe lieber gleich zur Konkurrenz.

An Schuldzuweisungen für die miese Auftragslage fehlt es nicht.

Jedermann sieht ein, daß auf den Traditionsmärkten der ehemaligen Sowjetunion zur Zeit nicht viel zu holen ist. Aber Rudolf Hickel, der Bremer Wirtschaftsprofessor, den sich der Betriebsrat als Ratgeber geholt hat, hält die Sket-Manager für "statische Penner".

Statt zu gestalten, akzeptierten sie die leeren Auftragsbücher als "exogenes Datum".