Die Menschheit verdankt ihm die Glühbirne und das Grammophon, die Entwicklung des Toaströsters und des Waffeleisens. Fort Myers aber verdankt ihm noch mehr. Immerhin war er einer der ersten Schneevögel, die hier am Caloosahatchee-Fluß landeten. Abertausende sollten ihm folgen. Schneevögel nennt man im Feriengürtel Floridas jene Amerikaner, die in den Wintermonaten ihr Quartier im Sonnenscheinstaat nehmen.

Thomas Alva Edison beglückte das an der Südwestküste gelegene Fort Myers über 45 Jahre lang mit seiner regelmäßigen Wiederkehr, er zog wohlhabende Prominenz wie Henry Ford und Harvey Firestone nach sich, und seine Witwe vermachte ihrer Winterheimat das Anwesen, heute wichtigste historische Sehenswürdigkeit der Stadt, die sich, nicht zuletzt dank Thomas Alva, zu einem riesigen Ferienareal gewandelt hat. Selbst ihr Beiname "City of Palms" geht zurück auf den großen Erfinder. Er war es, der die ersten 200 Königspalmen aus Kuba pflanzte - längst sind es unzählbar mehr geworden -, die heute das Bild von Fort Myers genauso prägen wie der Yachthafen, die gewaltigen Brücken und die vielen Feriendomizile.

Im Jahre 1885 ging es dem 38jährigen, der gerade dabei war, sein 400. Patent anzumelden, nicht besonders gut. Der Vater von drei Kindern war Witwer geworden, und außerdem stand es um seine Gesundheit schlecht. Die Ärzte rieten dem Erfinder, der zu dieser Zeit in New Jersey lebte und schuftete, zu einem Aufenthalt im Süden.

Er wählte Fort Myers, das er ein Jahr zuvor bei einem Angelausflug entdeckt hatte. Die Wahl kann nicht falsch gewesen sein, Edison starb im Alter von 84 Jahren und im Besitz von insgesamt 1093 Patenten, viele davon entwickelt in seinem Winterheim.

Auf einem mehr als 55 000 Quadratmeter großen Grundstück am bambusbestandenen Ufer des Caloosahatchee-Flusses baute er sich ein selbst entworfenes Haus, um das mit den Jahren ein großer botanischer Garten entstand.

Allerdings nicht zur Erquickung des Hausherrn, der nutzte die exotischen Pflanzen für seine Erfindungen. Denn seine Winterresidenz diente beileibe nicht nur der Erholung. Der Mann, der das erste Laboratorium für industrielle Forschungsarbeit gegründet hatte, arbeitete unermüdlich. Bambus zum Beispiel - die vielen Stauden im Garten fallen noch immer auf - gebrauchte er, um einen länger haltenden Glühfaden für seine Birnen zu entwickeln.

Der prachtvoll blühende Garten läßt allerdings keinen Gedanken an seinen wirtschaftlichen Nutzen aufkommen. Mittendrin liegt einer der ersten Swimmingpools Floridas. Im Jahr 1910 ließ Edison das Bad anlegen, das heute noch keinen Riß aufweist. Er selbst soll darin allerdings nie geschwommen sein, vielmehr diente es seiner Familie und seinen Freunden zur Erholung.