Wenn ein amerikanischer Präsidentschaftsbewerber nach einem geeigneten Stellvertreter sucht, wird er tunlichst einen Mann wählen, der sowohl die Leidensfähigkeit als auch den Optimismus eines Lottosüchtigen besitzt. Denn die Chance, als Vizepräsident der USA von der Reservebank geholt zu werden, ist so gering wie die Aussicht auf sechs Richtige - aber der Hauptgewinn ist immerhin das mächtigste Amt der Welt.

Der Preis fürs Mitspielen: die Bereitschaft, Repräsentationsaufgaben mit untadeliger Haltung zu absolvieren. Die meisten Kandidaten haben sich bisher an dieses einfache Rezept gehalten - außer Richard Nixon. Der holte sich 1968 Spiro Agnew und behielt ihn auch noch 1972 bei seinem zweiten Anlauf, obwohl er nichts von ihm hielt.

Als ein Mitarbeiter ihn später darauf ansprach, antwortete Nixon: "Kein Mörder, der alle Tassen im Schrank hat, würde mich umbringen.

Schließlich würde er ja damit Agnew zum Präsidenten machen."