Vorhang auf! Wohnen ist ja enorm im Gespräch, gerade mal wieder.

Das neue Etikett heißt "Sofa Set" - die Jungen haben home chic home entdeckt, und überraschend kampflos hat die Mode ihren Platz als Instrument der Selbstinszenierung abgetreten an die Innendekoration.

Jetzt haben deren Leitfiguren alle Hände voll zu tun, das Kaminfeuer der Neugierde weiter anzufächeln.

Tricia Guild ist da. Die Londoner Inneneinrichterin, Kennern schon seit mehr als zwanzig Jahren ein Begriff, hat sich aufgemacht, den Kontinent zu erobern: 6.50 Uhr ab Heathrow. Heute Hamburg, morgen Buchmesse in Frankfurt, übermorgen München: Ihr siebtes Buch wird präsentiert, im Design-Kaufhaus Stilwerk am Hafen liegt es stapelweise auf dem Tisch aus roher Kiefer, die Stoffproben dahinter arrangiert wie ein Bühnenbild.

Kobaltblau gegen ein lichtgetränktes Apfelgrün! Das war Mrs. Guilds erstes Markenzeichen. Welch ein Hingucker, in dieser Direktheit.

Hier und da, auf dem Stuhl, an der Wand, auf dem Tisch und in der Nische spannte sie die zwei zusammen, die sich bislang nicht riechen konnten. Farben, wie eben vom Baum der Erkenntnis gepflückt, prall und kompromißlos. Und die Palette hielt mehr davon bereit.

Dick den Pinsel eingetunkt, und hinein in das Rot, heiß wie Tomatensuppe.