Nikolaus Piper: "Nach dem Kälteeinbruch", ZEIT Nr. 38 Erika Martens und Mario Müller: "Dann wirst du einfach weggefiedelt", ZEIT Nr.

39 Sabine Rückert: "Abi 81 - auf alles gefaßt", ZEIT Nr. 40

Ich kann Piper voll und ganz zustimmen, und dies aus eigener, leidvoller Erfahrung. Mit 45, Familie, zwei Kinder, als Weiterbildner: null Chance! Fünfzig Absagen haben sich inzwischen angesammelt, Trophäen gleichsam im Bemühen um einen neuen Job. Ganze drei Stellen übers Arbeitsamt, mehr um Statistiken zu füllen, als ernsthafte Angebote. Mir scheint, es handelt sich hier um Proforma-Stellenmeldungen aus dem halböffentlichen Bereich, dort, wo intern die Kandidaten längst ausgeguckt sind. Fazit für mich nach gut einem halben Jahr Suche: zu alt, zu teuer. Mit 2800 Mark Arbeitslosengeld gehöre ich zu den "Spitzenverdienern", und in diesem Zusammenhang fühlte ich mich bestätigt in meiner Haltung, nicht in die "Arbeitslosigkeitsfalle" zu tappen, die im Artikel beschrieben ist. Ich werde den Teufel tun, frühzeitig das Risiko einer schlechtbezahlten Beschäftigung einzugehen mit der Aussicht, bei erneuter Arbeitslosigkeit nur einen Bruchteil dessen zu bekommen, was das Arbeitsamt derzeit zahlt, denn das bedeutet dann den freien Fall in die Sozialhilfe!

Der Ausweg: Erst mal Gürtel enger schnallen, aber viel Spielraum ist da nicht. Die ein oder andere "unnötige" Versicherung streichen, kleines Auto, Lidl statt Feinkost, dann ist der Rahmen zunächst schon ausgereizt. Die Suche nach weiteren Sparpotentialen führt zwangsläufig dazu, sich selbständig zu machen, um somit "Familien"-Kosten zu verlagern. Der Schritt in eine selbständige Nebenbeschäftigung hat also zunächst ganz profane Gründe. Doch dieser Schritt setzt auch Energien frei und Ressourcen für das Eigentliche. Selbständig machen heißt Markt beobachten, Profil zeigen und rein!

Reinhold Negele, Kempten

Mich würde die Höhe der Unterstützung interessieren, welche Herr Lange seiner Tochter zukommen läßt. Nach meiner Rechnung kommen Langes auf ein Nettoeinkommen von 3500 Mark im Monat. Da sie, nach dem Bericht zu urteilen, keine Belastungen aus Miete oder Hypothekenzinsen haben, verfügen sie über ein Einkommen, von dem die meisten hier im Lande nur träumen können. Ich verstehe deshalb nicht, warum man sich dann keinen Urlaub und ähnliches mehr leisten kann.

Harald Lutz, Hausen