Wenn einer siebzig Jahre alt wird, hat er, zumal als Firmeneigner, in der Regel längst sein Feld bestellt. Film- und TV-Mogul Leo Kirch feiert am kommenden Montag einen solchen runden Geburtstag.

Wieweit der Münchner Mediengigant indes Regelungen für die Zukunft seines Imperiums (unter anderem Beteiligungen an den Sendern Sat.1 und DSF sowie dem Axel Springer Verlag) getroffen hat, darüber gibt es nur wenig Konkretes. Mutmaßungen über Stiftung, Holding oder gar Börsengang werden vorerst von engen Kirch-Mitarbeitern ins Reich der Spekulation verwiesen. "Es gibt", so heißt es, "keinen Zeitdruck". Gottfried Zweck, Geschäftsführer und Sprecher der Kirch-Gruppe, brachte die Sache während der Münchner Medientage in Anwesenheit seines Chefs auf den Punkt. Bei seinem Ausblick auf das Jahr 2006 stellte er die rhetorische Frage, was dann wohl Leo Kirch machen werde. "Die spannende Frage", nämlich nach der Zukunft seines Unternehmens, werde er auch dann "offenlassen" und "jeden Abend nach den neuen Abonnentenzahlen von DF 1 fragen".

Im Alleingang war der Unternehmer jüngst mit seiner Firma DF 1 ins digitale Fernsehen eingestiegen.

Kirch, daran also besteht kein Zweifel, will die Macht in seinem Reich gewiß nicht teilen, auch nicht mit seinem Sohn Thomas.

Doch die Verantwortung für die Unternehmensgruppe mit mehr als vierzig Firmen und tausend Mitarbeitern, deren Wert auf sechs Milliarden Mark geschätzt wird, verteilt der Patriarch auf immer mehr Schultern. Vom kommenden Jahr an wird die Zahl der Geschäftsführer auf sieben steigen. Klaus Piette, bisher Finanzchef der Pro Sieben Media AG, übernimmt bei Kirch den Geschäftsbereich Recht und Personal, Dieter Hahn, derzeit noch Geschäftsführer des Deutschen Sportfernsehens (DSF), soll künftig die Sportrechte bei Kirch verantworten und Sprecher des Unternehmens werden - als Primus inter pares.

Mercedes kleinstes Modell, der mit dem Schweizer Uhrenindustriellen Nicolas Hayek gemeinsam entwickelte Smart, soll im März 1998 auf dem Markt erscheinen und das Autogeschäft revolutionieren. Doch die Aussichten für eine Erfolgsgeschichte trüben sich in jüngster Zeit stark ein. Erstmals haben jetzt externe Experten die angepeilten Absatzzahlen für den nur 2,5 Meter langen Kleinstwagen in Zweifel gezogen. Mercedes-Chef Helmut Werner und Swatch-Macher Hayek erwarten nach einer Anlaufphase 200 000 Käufer pro Jahr bei einem Preis von etwa 16 000 Mark. Doch eine Studie von Marketscope, einem Tochterunternehmen der weltweit akzeptierten Rating-Agentur Standard & Poors, kommt zum Ergebnis, daß zu diesem Preis nicht mehr als 90 000 Smarts jährlich absetzbar sind. Die Gewinnzone würde der Smart damit weit verfehlen. Zu niedrigeren Preisen, so Marketscope, könnten die projektierten Stückzahlen zwar verkauft werden, allerdings wäre dann ebenfalls nicht mit einem Gewinn zu rechnen.

Auch die noch zu verpflichtende Händlertruppe macht noch mächtig Sorgen. Zur Markteinführung sollen in europäischen Ballungsräumen 100 bis 120 Smart-Center bereitstehen, aber nur ein Drittel der gesuchten Händler hat bis heute unterschrieben. Viele empfinden die Verträge als Knebelung nach dem Motto: MCC - also das gemeinsame Unternehmen von Mercedes und Hayeks Uhrenkonzern SMH mit Namen Micro Compact Car - hat alle Rechte, der Händler alle Pflichten.