Petra, die rote Felsenstadt der alten Nabatäer, gehört zu den wichtigsten Touristenzielen in Jordanien. Seit April gibt es am Eingang ein Mövenpick-Hotel für Touristen mit gehobenen Ansprüchen.

Zur Ausstattung hat der jordanische Eigentümer eigens Wandverkleidungen aus Damaskus und ägyptische Möbel kommen lassen der Service hat internationalen Standard. Das Hotel liegt im Trend: Seit das Königreich vor zwei Jahren Frieden mit Israel geschlossen hat, schießen überall in Jordanien Luxushotels aus dem Boden. Nach Angaben des Tourismusministeriums sollen im nächsten Jahr 800 Millionen Dollar investiert werden.

Statt wie derzeit 1800 Fünf-Sterne-Zimmer wird es in Jordanien dann 4000 geben.

Doch wer soll darin wohnen? fragen die Pessimisten. Und davon gibt es in letzter Zeit immer mehr.

Zwar stieg die Zahl der Touristen im vergangenen Jahr tatsächlich um ein Viertel, doch erwartet werden weit mehr. Weil der Nahe Osten sein Image als Krisenregion nicht loswerden kann, können die Jordanier nicht wie gewünscht profitieren. "Nur Pech" habe er bisher gehabt, sagt der Schweizer Mövenpick-Manager Robert Fierz. Zunächst Hamas-Selbstmordattentäter in Israel, dann eine israelische Militäroperation gegen Hizbullah-Milizen im Libanon, danach wieder amerikanische Raketen auf Bagdad und zuletzt einen neuen Aufstand in Arafats Palästinensergebieten - all dies trifft auch den jordanischen Tourismus. Allein 1500 Absagen mußte Fierz in jüngster Zeit verkraften.

Schuld daran sind nach Überzeugung des Hotelmanagers aber vor allem die jüngsten Unruhen im eigenen Land. Im nahe gelegenen Maan und in Karak waren Mitte August Straßenschlachten ausgebrochen, nachdem die Regierung über Nacht den Brotpreis verdoppelt hatte - von fünfzehn Pfennig auf mehr als dreißig Pfennig pro Kilo.

Die Regierung entsprach damit den Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF), der neue Kredite für das Land vom Abbau staatlicher Subventionen abhängig gemacht hatte. Wäre es allerdings allein ums Brot gegangen, hätte die Regierung wahrscheinlich mit mehr Verständnis selbst bei den Armen rechnen können: Jeder weiß, daß im Grunde viel zuviel von dem billigen - weil hoch subventionierten - Grundnahrungsmittel verbraucht wurde. Brot diente als Tierfutter oder wurde als Schmuggelgut nach Saudi-Arabien geschafft.